Spachteltechnik
Spachteltechnik in Dresden: eine Wand ohne Fugen und Kanten.
Betonoptik, Kalk oder Marmorputz: gespachtelte Flächen leben vom Licht, das darauf fällt. Deshalb legen wir die Beleuchtung fest, bevor die erste Lage an der Wand ist. Beides kommt bei uns aus einem Betrieb.
Was unter der Oberfläche liegt
Vier Stufen, und keine davon heißt glatt.
Die Qualitätsstufen aus Merkblatt 2 des Bundesverbands der Gipsindustrie beschreiben den Untergrund. Welche davon nötig ist, entscheidet die Technik darüber.
- Q1
- Grundverspachtelung Fugen gefüllt, Schrauben überzogen. Riefen und Grate sind ausdrücklich zulässig. Für Flächen ohne optische Anforderung.
- Q2
- Der Standard Genügt den üblichen Anforderungen. Abzeichnungen bei Streiflicht sind laut Merkblatt nicht auszuschließen. Alles darüber ist eine besondere Leistung.
- Q3
- Breiter gespachtelt Fugen breiter ausgezogen, Poren geschlossen. Auch hier bleiben Abzeichnungen im Streiflicht möglich und nach VOB/C zulässig.
- Q4
- Vollflächig überzogen Die ganze Fläche wird über einen Millimeter dick überzogen und geglättet. Das Merkblatt nennt dafür ausdrücklich hochwertige Glätttechniken.
Q4 ist nicht der Name der fertigen Wand
Die Stufen gelten nur für den Untergrund, nicht für die dekorative Schicht darauf. Wer eine Stucco-Fläche als Q4 verkauft, benutzt den Begriff falsch. Wir schreiben die Stufe deshalb dorthin, wo sie hingehört: in die Beschreibung des Untergrunds.
Der wunde Punkt
Erst das Licht, dann die Kelle.
Spachtelflächen, die auch bei Einwirkung von Streiflicht absolut eben und schattenfrei erscheinen, sind nicht ausführbar. Bundesverband der Gipsindustrie, Merkblatt 2 zu Oberflächengüten, Stand November 2017. Dieselbe Aussage steht in der BFS-Information 23-01 vom Oktober 2023.
Deshalb steht die Lichtsituation vorher fest
Für die höchste Stufe verlangen die Merkblätter, dass die späteren Beleuchtungsverhältnisse beschrieben sind und eine erhöhte Ebenheit vereinbart wird. Wir schreiben beides auf, weil wir beides ausführen.
Wandfluter sind der härteste Fall
Je flacher das Licht auf die Wand trifft, desto mehr zeigt die Fläche. Der Abstand der Leuchte zur Wand und der Winkel entscheiden mit darüber, wie ruhig die Oberfläche wirkt. Das ist Planung, nicht Nacharbeit.
Bei getrennten Gewerken zeigt einer auf den anderen
Der eine sagt, die Fläche sei in Ordnung, der andere, das Licht sei richtig gesetzt, und Sie stehen vor einer Wand mit Schatten. Bei uns gibt es diese Schnittstelle nicht.
Material
Vier Oberflächen, vier Charaktere.
Was auf die Wand kommt, entscheidet sich am Raum: wie viel Wasser, wie viel Licht, wie viel Betrieb. Eine Musterfläche legen wir vorher an, das verlangen die Hersteller selbst.
Kalkglätte
Ein bis drei Millimeter, mineralisch, bleibt offenporig. Ohne Versiegelung, auf Wunsch geseift. Die ruhigste der vier Oberflächen und die, die sich später am besten mineralisch überarbeiten lässt.
Marmorputz
Stucco Veneziano: drei sehr dünne Lagen auf einem Fondo, zusammen kaum einen Millimeter, danach gewachst oder poliert. Das ist die glänzende Variante, und die mit der höchsten Anforderung an den Untergrund.
Mikrozement
Zwei bis drei Millimeter zementär, auf Grundierung, danach mit Polyurethan versiegelt. Robust, auch auf Fliesen und im Bad, und die einzige der vier, die man auch über den Boden ziehen kann.
Tadelakt
Zwei Lagen Kalk am selben Tag, verdichtet und mit Olivenölseife verseift. Rund und fugenlos bis in die Ecke. Im Spritzwasser muss regelmäßig nachgeseift werden, und Säure verträgt er nicht.
Untergrund
Die Fläche entsteht vor der Fläche.
Eben, fest, trocken, gleichmäßig saugend
Lose Anstriche und Tapeten kommen herunter, Lackflächen und alte Fliesen werden vorgespachtelt, Mischuntergründe grundiert, sonst zeichnet sich später jeder Wechsel als Farbunterschied ab. Ob ein Betonuntergrund saugt, zeigt die Benetzungsprobe: Wasser auftragen, binnen drei Minuten muss er dunkel werden.
Ebenheit ist eine vereinbarte Größe
Für fertige Wände gilt die Regelanforderung der DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 6. Die erhöhte Anforderung aus Zeile 7 gibt es nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist. Bei dünnschichtigen Glätttechniken sprechen wir das vorher an.
Fugenlos endet an jeder Bewegungsfuge
Wo Materialien wechseln, kommt Gewebe hinein; wo sich das Bauwerk bewegt, wird die Fläche getrennt. Eine Spachtelfläche darf eine Bewegungsfuge nicht überziehen, sie würde reißen.
Bad und Dusche
Wasserabweisend ist nicht wasserdicht.
Die Abdichtung liegt darunter
Dicht ist im Bad nie die sichtbare Oberfläche, sondern die geprüfte Abdichtung im Verbund nach DIN 18534, mit Bändern, Ecken und Manschetten. Die gespachtelte Fläche ist die Oberfläche darauf. Kein Hersteller hat für die Dekorschicht einen Verwendbarkeitsnachweis als Abdichtung.
Im direkten Spritzwasser der Dusche endet es
Ein großer Hersteller schließt die Duschnische für seine Wandspachtelmasse ausdrücklich aus, ein anderer rät von Tadelakt in Duschen ab. Wer eine fugenlose Dusche verspricht, ohne das zu sagen, verschweigt den Teil, der später Ärger macht.
Was im Bad geht
Die Wände außerhalb des Spritzwasserbereichs, der Bereich um das Waschbecken, die Wanne mit Abstand zum Strahl. Für die Dusche selbst planen wir ein freigegebenes System oder wir fliesen dort und spachteln den Rest.
Aufwand
Vier Dinge bestimmen den Preis.
Ein Preis je Quadratmeter sagt bei dieser Arbeit wenig. Wir sehen uns die Wand an und schreiben danach ein Angebot.
- Zustand des Untergrunds
- Alte Anstriche, Tapeten, Fliesen oder ein Mischuntergrund kosten eigene Arbeitsgänge, bevor die erste Lage der Oberfläche überhaupt drankommt.
- Verlangte Güte
- Je dünner und glänzender die Technik, desto höher die Anforderung an den Untergrund. Die erhöhte Ebenheit ist eine besondere Leistung, keine Selbstverständlichkeit.
- Lagen und Versiegelung
- Zwei bis drei Lagen Spachtel, dazu die Versiegelung: an der Wand mindestens zwei Aufträge, im Nassbereich drei. Jede Lage ist ein eigener Arbeitsgang.
- Trocknung und Musterfläche
- Zwölf bis vierundzwanzig Stunden je Lage, bei ungünstigem Klima das Doppelte. Dazu die Musterfläche, die wir vorher anlegen und von Ihnen freigeben lassen.
Fragen
Was uns dazu gefragt wird.
Lässt sich eine beschädigte Stelle ausbessern?
Kratzer und matte Stellen lassen sich mindern, eine punktuelle Ausbesserung bleibt aber in der Regel sichtbar. Sauber wird es über die zusammenhängende Fläche, deshalb planen wir die Flächengrenzen von Anfang an entlang der Kanten des Raums.
Warum gespachtelt statt gefliest?
Wegen der Fuge. Elastische Fugen sind Wartungsfugen, sie unterliegen nach Aussage des Fliesenverbands nicht der Gewährleistung, und Schimmel dort ist wahrscheinlich. Dazu die Aufbauhöhe: ein bis drei Millimeter gegen zwölf bis fünfzehn.
Geht das auf einer Fußbodenheizung?
Auf warmwassergeführtem Heizestrich ja, nach Belegreifemessung. Auf einer elektrischen Fußbodenheizung schließen die Hersteller es aus. Das Funktionsheizen ersetzt die Messung nicht.
Wie wird die Fläche gereinigt?
Mit dem Unterhaltsreiniger, den der Hersteller freigibt, ohne Scheuermittel und ohne Säure. Kalk und Tadelakt vertragen nur Seifenlösung. Was für Ihre Fläche gilt, steht in der Übergabe.
Wie lange dauert das im Haus?
Länger als die reine Arbeitszeit, weil jede Lage zwölf bis vierundzwanzig Stunden trocknen muss und bei kühlem, feuchtem Wetter das Doppelte. Die Versiegelung ist nach etwa einer Woche vollständig ausgehärtet.
Kontakt
Zeigen Sie uns die Wand,
und wo das Licht herkommt.
Sagen Sie uns, was heute an der Wand ist und welche Leuchten in den Raum kommen. Damit lässt sich am Telefon klären, welche Technik passt und was der Untergrund vorher braucht.