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Gewerbe und Hallen

Gewerbe­beleuchtung in Dresden: Das Licht hängt an der Tätigkeit.

Autohaus, Werkstatt, Halle, Lager, Verkaufsraum: Was hell sein muss, steht in der Arbeitsstättenregel, und sie fragt nicht nach dem Raum, sondern danach, was darin getan wird. Wir gehen den Betrieb mit Ihnen danach durch, bevor die erste Leuchte ausgesucht ist.

Ausstellungsraum eines Autohauses am Abend, Lichtlinien an der Decke beleuchten zwei Fahrzeuge gleichmäßig

Was gefordert ist

Eine Halle hat nicht einen Wert.

Verbindlich ist die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 in der Ausgabe von Mai 2023. Sie stellt Anforderungen an Tätigkeiten, nicht an Räume. Deshalb gelten in derselben Halle mehrere Werte nebeneinander, je nachdem, was dort passiert.

1000 lx
Lack ausbessern und inspizieren Dazu Farbwiedergabe Ra 90. Das ist die einzige Stelle im Autohaus, die so viel braucht, und sie ist meist ein paar Quadratmeter groß.
400 lx
Halleneinfahrt am Tag Nachts genügen 50 Lux an derselben Stelle. Der Unterschied kommt vom Auge: Es muss sich von draußen nach drinnen umstellen können.
300 lx
Kfz-Werkstatt, Verkaufsraum, Versand Derselbe Wert für drei sehr verschiedene Betriebe, jeweils bei Ra 80. Am Kassenplatz und am Packtisch sind es 500 Lux.
200 lx
Leseaufgaben im Lager Sobald Etiketten gelesen werden, reicht Suchlicht nicht mehr. Dieselben 200 Lux gelten für Kantine, Pausenraum und Archiv.
50 lx
Großteiliges Lagergut Der niedrigste Wert der Regel. Er gilt nur, solange niemand dort sucht, liest oder verpackt.

Was im Regelwerk fehlt, ersetzt keine Faustformel

Für Tätigkeiten, die im Anhang der Regel nicht stehen, legt der Arbeitgeber die Werte über die Gefährdungsbeurteilung fest. Pauschalwerte je Quadratmeter gibt es nicht. Wir sehen uns deshalb an, was an welcher Stelle wirklich getan wird, bevor wir eine Leuchte auswählen.

Der wunde Punkt

Eine lackierte Fläche ist ein Spiegel.

Reflexblendung entsteht durch störende Spiegelungen heller Lichtquellen auf Arbeitsmitteln und glänzenden Oberflächen, zum Beispiel Bildschirmen, blanken Werkstücken oder glänzenden Maschinenteilen. ASR A3.4, Begriffsbestimmungen. Was dort für das Werkstück steht, gilt genauso für die Karosserie im Ausstellungsraum: Sie zeigt jede Leuchte, die falsch hängt.

Die Anordnung entscheidet, nicht die Leuchte

Die Regel nennt vier Mittel gegen Blendung: Auswahl der Leuchtmittel, Auswahl und Anordnung der Leuchten, hellere Decken und Wände, matte Oberflächen. Drei davon sind Planung und kosten nichts extra, wenn sie früh getroffen werden.

Flimmern ist nicht nur lästig

An rotierenden Maschinen kann der stroboskopische Effekt eine laufende Welle stillstehen lassen. Die Regel nennt dagegen elektronische Vorschaltgeräte und die Verteilung der Leuchten auf drei Phasen. Das Zweite ist Installation, nicht Einkauf, und es muss im Verteiler vorbereitet sein.

Schatten ist nicht grundsätzlich schlecht

Er zeigt Form und Oberfläche, und genau dafür braucht man ihn an der Delle im Blech. Gefährlich wird er erst, wenn er eine Gefahrenstelle verdeckt. Dagegen hilft Licht aus mehreren Richtungen statt mehr Licht aus einer.

Einbau

Was die Decke zur Leuchte sagt.

Leuchten sind Teil der festen Anlage. Für sie gilt die DIN VDE 0100-559, und die redet nicht über Design.

In der Brandschutzdecke zählt jedes Loch

Eine F30- oder F90-Decke verliert ihren Feuerwiderstand, wenn man sie aufschneidet. Dafür gibt es geprüfte Einbaugehäuse mit begrenzter Leistung je Gehäuse. Ohne das ist eine Einbauleuchte dort keine Option, und das betrifft in Gewerbebauten vor allem Flure und Treppenräume.

Das F-Zeichen gibt es nicht mehr

Seit April 2012 ist die Kennzeichnung umgedreht: Eine Leuchte ohne Symbol darf auf normal entflammbare Untergründe, nur ungeeignete Leuchten tragen ein Warnzeichen. Wer noch nach dem F sucht, prüft das Falsche.

Dämmung wird nicht ausgeschnitten

Für die direkte Abdeckung mit Wärmedämmung gibt es ein eigenes Verbotszeichen auf der Leuchte. Passt sie nicht, kommt ein Abstandshalter-System statt einer Lücke in der Dämmschicht. Ein paar Spots verschlechtern sonst den energetischen Stand des ganzen Gebäudes.

Treppen und Wege

Die Treppe ist der strengste Weg im Haus.

Für Verkehrsflächen genügen der Arbeitsstättenregel 50 Lux. Auf der Treppe ist es das Doppelte, und bei der Blendung gilt der strengere Maßstab.

100 statt 50 Lux

Der Unterschied steht in derselben Regel wie alles andere. Er kommt daher, dass auf der Treppe die Stufenkante erkannt werden muss, nicht nur der Weg. Mit Fahrzeugverkehr auf der Verkehrsfläche sind es ohnehin 150 Lux.

Die schlechteste Stelle ist über dem Treppenauge

Eine Leuchte oben in der Mitte blendet beim Heruntergehen und wirft ihre Schatten genau auf die Stufenkanten. Besser sitzt das Licht parallel zum Lauf: in der Wand daneben, in der Setzstufe oder am Handlauf.

Ab 13 Metern Höhe kommt das Bauordnungsrecht dazu

Fensterlose notwendige Treppenräume in Gebäuden über 13 Meter Höhe brauchen nach der Sächsischen Bauordnung eine Sicherheitsbeleuchtung. Was für Ihr Gebäude gilt, klären wir vor dem Bau gemeinsam.

Offene Arbeitsgrube in einer Werkstatt, von Einbauleuchten in den Grubenwänden ausgeleuchtet

Wenn der Strom ausfällt

Fluchtweg und Arbeitsplatz sind zweierlei.

1 lx
Fluchtweg, in 5 Sekunden Gemessen auf der Mittellinie, 20 Zentimeter über dem Boden. Nach 60 Sekunden muss der volle Wert stehen.
15 lx
Gefährdeter Arbeitsplatz, in 0,5 Sekunden Zehnmal so hell und zehnmal so schnell, aus einer Stromquelle, die von der allgemeinen Versorgung unabhängig ist.

Die offene Arbeitsgrube steht als Beispiel in der Regel

Die ASR A3.4 nennt sie ausdrücklich, zusammen mit langnachlaufenden Maschinen, elektrischen Betriebsräumen und Leitständen. Wer dort im Dunkeln steht, geht nicht zum Ausgang, sondern einen Schritt zu weit.

Es gibt keine Schwelle, ab der die Pflicht beginnt

Weder eine Personenzahl noch eine Fläche. Entscheidend ist die Gefährdungsbeurteilung, und bauordnungsrechtlich kommt je nach Gebäude noch eine dritte Anforderung dazu. Was für Ihren Betrieb gilt, klären wir vor dem Bau gemeinsam, statt es hier zu behaupten.

Garagen in Sachsen, Stand Oktober 2026

Die Sächsische Garagen- und Stellplatzverordnung verlangt in Mittel- und Großgaragen eine mindestens zweistufig schaltbare Beleuchtung, erste Stufe 1 Lux, zweite Stufe 20 Lux an allen Stellen der Nutzflächen und Rettungswege. In geschlossenen Großgaragen über 1000 Quadratmeter kommt für die Rettungswege eine Sicherheitsbeleuchtung dazu, und die Wege zu Treppen und Ausgängen sind auf dem Boden zu markieren.

Was danach kommt

Die Norm meint den letzten Tag, nicht den ersten.

Die geforderten Werte sind Wartungswerte. Eine Anlage, die am Abnahmetag genau 500 Lux schafft, ist falsch geplant.

Neu muss die Anlage mehr können

Leuchten altern, Staub legt sich auf die Abdeckung, Wände werden dunkler. Dieser Rückgang gehört als Wartungsfaktor in die Planung. Wer nur auf den Mindestwert rechnet, unterschreitet ihn nach zwei Jahren, ohne dass jemand es merkt.

Der Wartungsplan gehört zur Planung

In ihm steht, in welchen Abständen gereinigt und gewechselt wird. Er ist der Grund, warum die Zahl im Betrieb überhaupt hält, und er gehört zu den Unterlagen, die Sie von uns bekommen.

Wartung will erreichbar sein

Die Regel verlangt, dass eine sichere Instandhaltung möglich ist. In einer Halle entscheidet darüber die Montagehöhe: Eine Leuchte, an die nur die Hubarbeitsbühne kommt, wird seltener gereinigt, als ihr Wartungsfaktor annimmt.

Gang zwischen hohen Palettenregalen, Lichtlinien an der Decke verlaufen genau über dem Gang

Ändert sich die Arbeit, ändert sich die Anforderung

Ein neuer Arbeitsplatz, eine andere Sehaufgabe, dunklere Oberflächen: Jedes Mal ist zu prüfen, ob die Anlage noch passt. Das gilt auch nach einer Umrüstung auf LED: Sie ist eine Änderung der Anlage und keine Reparatur, auch wenn sie von außen so aussieht.

Was den Aufwand macht

Vier Dinge bestimmen den Preis.

Preise stehen hier nicht. Sie hängen an Ihren Flächen, an dem, was darin getan wird, und an der Frage, was nachzuweisen ist.

Die Tätigkeit und ihre Anforderung
Eine Halle mit einer einzigen Sehaufgabe ist schnell geplant. Sobald Lager, Versand, Werkstatt und Prüfplatz nebeneinander liegen, braucht jede Zone ihre eigene Lösung und ihre eigene Schaltung.
Raumhöhe und Zugang für die Wartung
Je höher die Leuchte hängt, desto mehr Lichtstrom braucht sie und desto aufwendiger wird jede spätere Reinigung. Das ist eine Entscheidung, die mit der Montage getroffen wird, nicht danach.
Steuerung und Tageslicht
Präsenzmelder, tageslichtabhängige Regelung und getrennte Gruppen senken den Verbrauch, kosten aber Leitungen, Platz im Verteiler und Einstellarbeit vor Ort. Die Grenze zieht die Norm selbst: Sparen darf nicht auf Kosten des Sehens gehen.
Sicherheitsbeleuchtung und Nachweis
Eine zweite, unabhängige Stromversorgung ist ein eigenes Gewerk im Gewerk. Dazu kommt, was Sie am Ende in der Hand halten wollen: Prüfprotokoll, Verteilerplan, Bestandsunterlagen.

Fragen

Was uns dazu gefragt wird.

Braucht mein Betrieb eine Sicherheitsbeleuchtung?

Das entscheidet keine Fläche und keine Mitarbeiterzahl, sondern die Gefährdungsbeurteilung, dazu je nach Gebäude das Bauordnungsrecht. Wir sehen uns an, wo im Betrieb jemand steht, der bei Dunkelheit nicht einfach stehen bleiben kann, und sagen Ihnen, was daraus folgt.

Müssen wir die Leuchtstoffröhren jetzt austauschen?

Nicht die vorhandenen. Seit August 2023 dürfen neue T5- und T8-Leuchtstofflampen in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden, Grundlage ist die RoHS-Richtlinie. Eine Pflicht, eine laufende Anlage umzurüsten, folgt daraus nicht. Den Zeitpunkt bestimmt in der Praxis, wie lange es noch Ersatz gibt.

Wird die Umrüstung auf LED gefördert?

Für die allgemeine Innen- und Außenbeleuchtung schließt das Förderprogramm des Bundes für Energie- und Ressourceneffizienz die Förderung ausdrücklich aus, und das sächsische Programm nennt Beleuchtung nicht. Wir versprechen Ihnen deshalb nichts und sehen für Ihren konkreten Fall nach, bevor wir ein Angebot schreiben.

Können Sie im laufenden Betrieb arbeiten?

In der Regel ja, abschnittsweise und außerhalb Ihrer Stoßzeiten. Was nicht geht, ist eine Halle in einem Stück umrüsten, ohne dass darin jemand arbeitet. Wir legen die Abschnitte vorher mit Ihnen fest, zusammen mit den Zeiten, in denen wir den Strom brauchen.

Was bekommen wir am Ende in die Hand?

Das Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600, den Verteilerplan und den Wartungsplan mit den Intervallen für Reinigung und Wechsel. Damit wissen Sie und jeder, der später daran arbeitet, was wo liegt und wann es wieder dran ist.

Kontakt

Sagen Sie uns, was in der Halle
gearbeitet wird.

Daraus ergibt sich alles Weitere: die Werte, die Anordnung, die Schaltung und die Frage, ob eine Sicherheitsbeleuchtung dazugehört. Am schnellsten geht es, wenn wir uns die Fläche ansehen.

0163 7004839

info@formicas.de

Magdeburger Straße 58, 01067 Dresden

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